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Fragen und Antworten

(Quelle: Gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen.
Ein Ratgeber für Mütter und Väter, herausgegeben von der AJS)


Wie geht es weiter?       Sollen Sie Anzeige erstatten?
Falls Sie eine Anzeige in Erwägung ziehen, können Sie das auch noch nach Tagen oder Wochen tun. Sie haben Zeit, alles reiflich zu überlegen und sich danach zu richten, wie es Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn geht.

Suchen Sie sich zuerst Rat und Unterstützung bei einer Beratungsstelle. Bei der Jugendhilfe, beim Jugendamt, bei den Frauenbeauftragten der Behörden können Sie erfahren, wo es eine solche Beratungsstelle in Ihrer Nähe gibt.
In einer Beratungsstelle finden Sie Hilfe und Verständnis in Ihrer Situation. Mit den Fachleuten können Sie abklären, welche Hilfe am geeignetsten ist für Ihre Tochter oder Ihren Sohn.

Ist eine ärztliche Untersuchung notwendig?
Eine ärztliche Untersuchung kann belastend für das Kind sein. Oft ist sie überflüssig, weil der sexuelle Missbrauch keine körperlichen Spuren hinterlassen hat. Für manche Kinder hingegen ist es wichtig zu erfahren dass sie gesund geblieben sind.
Ist eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll?
Auch eine polizeiliche Vernehmung und die eventuell nachfolgende Gerichtsverhandlung können für das betroffene Mädchen oder den Jungen belastend werden. Es muss deshalb im Einzelfall zusammen mit der Beraterin oder dem Berater geprüft werden, ob eine Anzeige Sinn macht, wie das Kind dies verkraften wird und welche anderen Möglichkeiten des Schutzes noch gegeben sind.

Wenn Sie sich für eine Anzeige entscheiden, wird Ihnen die Beratungsstelle Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie die Belastungen für das Kind und sich selbst in Grenzen halten können, z.B. durch die Einschaltung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwaltes mit Erfahrung in diesem Bereich.

Braucht Ihre Tochter oder Ihr Sohn therapeutische Hilfe?
Es hilft Ihnen sicher, von einer Fachfrau oder einem Fachmann zu hören, wie diese die Situation Ihres Kindes einschätzen. Wenn es nötig ist, werden Sie hier auch therapeutische Hilfe erhalten oder an entsprechende TherapeutInnen weitervermittelt werden.

Und denken Sie auch an sich: Es ist sehr schmerzhaft für eine Mutter oder einen Vater zu wissen, dass eine nahestehende Person, vielleicht sogar der eigene Vater, Bruder oder Freund Ihr Kind sexuell missbraucht hat. Versuchen Sie nicht, ganz allein damit fertig zu werden, lassen Sie sich helfen.




(Quelle: Gegen den sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen.
Ein Ratgeber für Mütter und Väter, herausgegeben von der AJS)





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